Folge 5    Weitere Dimensionen

2015 und 2016 hat Iris Johansson Seminare über die „Vierte Kommunikations-Dimension“ gegeben. Iris‘ Ausführungen sind häufig sehr prägnant und werfen ein neues Licht auf viele aktuelle Fragen. Die Sitzungen wurden aufgenommen und ich habe einen Teil davon aufgeschrieben.

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Gespräche mit Iris
Folge 5 5. und 6. Dimension.pdf
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Es sind weitere Folgen in Vorbereitung mit unter Anderem den Themen Führungscode und Spiel.

 

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Wie kann ich als Drittdimensionaler überhaupt mit jemandem in der vierten Dimension kommunizieren? Wie kann Verständnis entstehen?

 

 

Du nimmst etwas, worüber du sprechen willst und machst dir bewusst, was du darüber weißt. Und dann formulierst du es in ein Phänomen um, so dass es eine Behauptung wird, die gleichzeitig eine Frage ist. Also, ohne Bewertung. Wenn Menschen aus der dritten Dimension etwas formulieren, wird es sehr schnell zu einem Produkt. Dann wird es nur Information und nicht etwas, worüber man sprechen kann. Wenn du es in ein Phänomen umformulierst, wird es erst besprechbar. Die dritte Dimension will oft eine Diskussion, aber die vierte Dimension will ein Gespräch! Ich treffe allerdings nicht viele Menschen über fünfzig, die das können!

 

 

Wie kann ich merken, dass ich mein Thema doch zu einem Produkt gemacht habe?

 

 

Wenn du merkst, dass der Andere sich anpassen will! Dass die Person glaubt, dass sie dafür oder dagegen sein muss zu dem, was du gesagt hast. Dann kannst du sagen: „Warte einen Moment, ich werde es noch auf eine andere Weise sagen!“ Dann kannst du es in dich zurücknehmen und es nochmal als Phänomen formulieren. Und plötzlich entsteht das Gespräch, es ist einfach da!

 

 

In der vierten Dimension geht es die ganze Zeit um Kommunikation. Da verliert etwas seinen Wert, wenn es nicht etwas ist, das man die ganze Zeit kommunizieren kann. In der Kommunikation ist man in Intimität mit sich selber und in der Offenheit, in der man gleichzeitig stark, weich und verletzlich ist. Da ist man auch offen für Gegenseitigkeit. Das Thema wird wie ein Ball von hier nach da gespielt und kann auch mehrmals die Farbe wechseln. Auf diese Weise geschieht Entwicklung bei allen Beteiligten.

 

 

Entwicklung zur vierten Dimension hin ist global im Gange. Verschiedene Länder sind verschieden weit darin. In einigen Ländern gehen sie direkt von der ersten in die vierte Dimension, ohne den Umweg über die zweite und dritte Dimension. Ich besuchte vor kurzem Bolivien, hoch oben in den Anden, dort wo es viele isolierte Dörfer gibt, wo die Leute nur einmal im Jahr in die Stadt kommen. Im Dorf hat man eine Schule der vierten Dimension gestartet. Das kam von der Regierungsseite. Der Präsident ist ein Aymara Indianer und kommt aus jenem Gebiet. In diese Schule geht man eine Woche pro Monat und lernt Theorie. Die anderen drei oder vier Wochen sind die Schüler in ihrer eigenen Ortschaft und sind eingebunden in die lokalen Tätigkeiten mit den Lamas usw. Auf diese Weise bekommen sie das ganze Vertrautheitswissen mit. Wenn sie keine Arbeit in der Großstadt bekommen, werden sie immer noch gut leben können und in den Dörfern klarkommen. Jedes Dorf hat nun einen Computer bekommen und eine Internetverbindung. Dieser Computer hat sein eigenes Haus bekommen, mitten in dem Dorf. Er wird gepflegt, wie das empfindlichste Kind, das man sich denken kann. Wenn die Kinder aus der Schule wiederkommen, dann sind sie die Lehrer für alle Anderen im Dorf und bringen ihnen bei, wie man mit dem Computer umgeht und allerhand andere Sachen. Und das ist Kommunikation direkt aus der ersten Dimension in die vierte. Niemand weiß, wie dies die Gesellschaft beeinflussen wird, aber man merkt jetzt schon, dass Kinder, die das erlebt haben, besser in einer Universitätsausbildung zurechtkommen als diejenigen, die aus der Stadt kommen. Ein Grund dafür ist vermutlich, dass sie eine große Motivation und Lust bekommen in die Schule zu gehen, nachdem sie vier Wochen in ihren handwerklichen Tätigkeiten waren. Und alles, was damit verbunden ist: hinunter in das Dorf zu gehen, die Freunde wieder zu treffen, eine Menge neuer Sachen zu lernen. Dazu dann auch noch, das alles mit nach Hause mit nehmen zu dürfen und es den Anderen beizubringen! In die Schule geht man von 6 bis 16 Jahre. Diejenigen, die dann noch weiter gehen wollen, werden bei Verwandten in La Paz oder anderen Großstädten untergebracht. In dem Dorf, wo ich war, gab es ein Professoren Paar. Sie hatten sich ein Haus und auch noch ein Observatorium auf dem Berg gebaut. Da sind die Kinder dann abends immer hochgegangen und haben sich die Sterne angeschaut.

Und jetzt anders herum, wie kann ich als junger Mensch mit jemandem aus der dritten Dimension in ein Gespräch kommen, so dass es nicht aufgrund der Unterschiede auseinanderklafft?

 

 

Indem du genau darin bist, bei dir zu bleiben und du dir klarmachst, dass es völlig ungefährlich ist. Und wenn dann jemand etwas sagt, mit dem du nicht einverstanden bist, kannst du eins von den Wörtern oder einen Satz von der Person nehmen und dies in ein Phänomen umformulieren. So ungefähr wie: „Meinst du das: …?“, und dann formulierst du es so, dass es wie eine Behauptung klingt, die eine Frage beinhaltet. Dann wird dein Gesprächspartner ein bisschen verwirrt sein, und vielleicht sagt er: „Aber das war doch, was ich gesagt habe!" Dann kannst du sagen: „Aha, habe ich dann richtig verstanden, dass …?“, und dann sagst du es noch einmal. Dann setzt du das so lange fort, bis es geht, mit der Person in Phänomenen zu sprechen. Viele die in der dritten Dimension sind, aber Computer als Kommunikationsmittel benutzen, die können auf jeden Fall diese Art zu kommunizieren wiedererkennen. Viele benutzen allerdings den Computer nur auf dreidimensionale Weise: fernsehen, Filme anschauen, Nachrichten lesen.

 

 

Was haben eigentlich Leistungsbeurteilungen (Noten) in der Schule zu bedeuten? Kann man das auch als Rangordungsspiele betreiben?

 

 

Ja, das kann man machen. Denn es macht überhaupt keinen Sinn, junge Menschen zu beurteilen, solange sie in Entwicklung sind. Denn was sie gerade können, hängt eben von ihrer Entwicklung ab, deswegen ist es bei allen auch so unterschiedlich. Es kann so sein dass, wenn man jemanden zu früh beurteilt und z.B. meint, er habe keine gute Singstimme, sich das hinschleppen kann bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Singstimme eigentlich erst reif wird. Und dann wird er nicht glauben, dass er eine Singstimme hat. Das setzt sich wie eine Blockade dazwischen. Die meisten Menschen glauben von sich, dass sie nicht gut in Mathematik sind. Das kommt daher, dass man vor dem 16. Lebensjahr eigentlich gar kein Auffassungsvermögen für diese Meta-Sprache hat, die man für Mathematik braucht. Das hat sich noch nicht entwickelt, bis man 16 ist. Deswegen ist es so unsinnig, Menschen so zu beurteilen. Man beurteilt Menschen, weil sie unreif sind. Was sollen sie denn damit anfangen? Das ist doch unnütze! Deswegen ist es so viel besser, wie man das in der vierten Dimension machen kann, dass man individualisiert spiegelt, was jemand jetzt, in diesem Moment kann!

Die 5. Dimension

 

 

Kannst du auch etwas über die fünfte Dimension sagen?

 

 

Meine Ausführungen über die 5. und 6. Dimension sind erst mal spekulativ, weil sie in der Kultur noch nicht so vorhanden sind wie die anderen vier. Es ist noch Zukunft. Was ich aber wahrnehmen kann, kommt vor allem dadurch, dass das Bewusstsein von denen, die nach 1990 geboren sind, sich geweitet hat. Dadurch, dass die Kommunikation so ist, dass wir heutzutage eben von überall auf der Erde Information bekommen, können wir auch wahrnehmen, wenn Dinge gleichzeitig entstehen oder stattfinden. Da heraus können wir Sachen bemerken, die in der 5. Dimension kommen werden. Und auch in unserem eigenen Leben können wir bemerken, wenn z.B. zwei Wege sich kreuzen, wie klein die Welt eigentlich ist, während sie zur gleichen Zeit so groß ist. Ich kann nicht so viel mehr über die 5. Dimension sagen, als dass es da um Synchronisierung geht. Wie sich das alles ausdrücken wird, ist Spekulation. Als ich klein war und sehr viel in dem war, was ich „draußen“ nannte, da sah ich in der Atmosphäre oft Menschenströme, die einander kreuzten. Mir hat das sehr viel Spaß gemacht, aber ich verstand nicht, dass andere Menschen das nicht verstanden. Und das war lange, bevor ich verstand, wie Menschen funktionieren, und was dieses natürliche Funktionieren außer Gefecht setzen kann.

 

 

Wenn du sagst, dass jemand eine Begabung in der 5. Dimension hat, was siehst du dann?

 

 

Dass dieser Mensch ein Talent hat zu bemerken, wenn Menschenströme sich kreuzen. Dazu gehört, dass man sich in seinem eigenen Tempo bewegt, sonst kann man solche Ströme überhaupt nicht wahrnehmen. Dieser Tatbestand wurde für mich deutlich durch einen in Schweden nicht besonders beliebten Mann, mit dem ich gezwungen war, eine gewisse Zeit zusammen zu arbeiten. Er hatte ein besonderes Talent dafür zu merken, in welcher Zeit und sogar in welcher Jahreszeit eine gewisse Musik in der Zukunft populär werden würde. Er hatte fast immer recht. Er konnte auch bei Jugendlichen, die in einer Talentshow vorgesungen haben, voraussagen, wer bekannt werden würde. Er wusste genau, welchen er ansprechen sollte und sagte dann: „In fünf Jahren werde ich dich anrufen!“ Die Meisten, die heute in Schweden bekannt sind, sind tatsächlich durch ihn bekannt geworden. Das ist zwar ein sehr triviales Gebiet, aber dadurch ist mir klargeworden, wie Synchronisierung funktioniert. Ein anderes Beispiel sind Dirigenten. Sie üben ganz deutlich Synchronisierung aus. Timing und Synchronisierung hängen eng mit einander zusammen. Timing ist eben eine bewusste Synchronisierung. Bei Synchronisierung fallen verschiedene Ereignisse und Tatsachen miteinander zusammen und funktionieren. Ihr werdet das erleben dürfen, weil es schon im Gange ist.

 

 

Hängt die Tatsache, dass im Moment sehr viel mehr Menschen aus der Atmosphäre lesen können, mit der vierten Dimension zusammen?

 

 

Das hängt nicht direkt zusammen, aber die vierte Dimension macht es möglich, dass man über Informationen aus der Atmosphäre sprechen kann. Die Forschung ist zum Beispiel dort angekommen, dass man über die dunkle Materie sprechen kann.

 

6. Dimension

 

 

Du sagtest mal, dass du sechs Kommunikationsdimensionen unterscheidest. Wie sieht die sechste aus?

 

 

Die 6. Dimension liegt noch weiter in der Zukunft, darüber kann ich noch weniger sagen. Sie hängt mit der Tatsache zusammen, dass jetzt mehr und mehr Menschen aus der Atmosphäre lesen können. Nun, im Grunde genommen stimmt das nicht. Es ist nicht so, dass immer mehr Menschen das können, denn alle Menschen haben das Talent; das ist ungefähr wie eine Stimme, die man benutzen kann. Wir haben es in der Konstitution mitgebracht und fangen an, es jetzt zu entwickeln und wie ein Übersetzungszentrum zu benutzen. Das bedeutet, dass Menschen interkulturell miteinander sprechen können werden, auch wenn sie gar nicht dieselbe Sprache beherrschen. Dann werden sie sich in diesem Übersetzungszentrum dennoch verstehen. Ich habe dieses Phänomen in einzelnen Fällen schon gesehen.

 

 

D. saß mal in einer Pause mit Christian zusammen und wollte Iris etwas auf Englisch fragen, was aber nicht gelang, weil sie es nicht verstand. Sie wollten warten, bis jemand zum Übersetzen kam. Iris sagte: "Wir können das auch anders machen. D. sagt es Christian, der kein Wort Deutsch versteht und der kann es in der Atmosphäre lesen und mir auf Schwedisch übersetzen. Ich werde auf Schwedisch antworten, und Christian wird es ins Englische übersetzen." Sie machten es so und die Antwort von Iris war so passend auf D.‘s Frage, dass er keine Zweifel an diesem Lesen in der Athmosphäre hatte.

 

 

Alle Jahre, die ich in Russland gearbeitet habe, hatte ich jemanden, der übersetzt hat. Es war oft so, dass es für mich schon reichte, wenn die Übersetzerin nur dachte, was sie übersetzen sollte, um es zu verstehen. Ich konnte dann gleich antworten. Manchmal reichte es sogar schon, wenn die Übersetzerin neben der Person stand, der übersetzt werden sollte. Und ich verstand schon, was gesagt wurde, obwohl ich kein Wort Russisch verstehe. Auch andersherum war es so, dass sie oft schon anfing die Antwort zu übersetzen, bevor ich überhaupt geantwortet hatte. Diese Übersetzerin habe ich mir immer gewünscht, wenn es möglich war! Es ist mir auch oft passiert, dass ich Menschen getroffen habe, deren Sprache ich überhaupt nicht gesprochen habe, sie aber dennoch verstanden habe.

 

 

Was das für Konsequenzen für die Zivilisation auf Erden haben wird, weiß ich nicht, aber ich sehe, dass das etwas ist, was gerade in der aufwachsenden Generation geboren wird.

 

Wenn die Umwelt so zerstört wird, dass der Mensch darin nicht überleben kann, dann bricht das ganze Luxussystem, in dem wir jetzt leben, in sich zusammen. Dann werden die Menschen dazu zurückkehren, dass sie miteinander sprechen, sich in kleine Gruppen zusammentun und ihr Überleben organisieren.

 

 

Ich selber habe kaum Vertrautheitswissen, weiß nicht einmal, wie ich mein Essen anbauen könnte usw. Ich komme aber gut zurecht in allen Lebenslagen, kann gut überleben. Ist es wichtig, dass ich mir das aneigne?

 

 

Wenn du diese Zufriedenheit momentan in dir hast, dass du weißt, dass du mit deinem Wissen immer genug zu essen, ein Dach über dem Kopf und Kleider hast, dann weiß ich nicht, warum du das entwickeln solltest.

 

 

Ja, wenn du davon ausgehst, dass die Zivilisation so ist, wie sie jetzt ist. Fällt das aber weg, weil z.B. die Versorgungslage zusammenbricht, dann gilt das nicht mehr.

 

 

Das stimmt. Aber meistens geht so etwas nicht so schnell, und es gibt genug Zeit, sich das fehlende Vertrautheitswissen anzueignen. Außerdem hast du keine Ahnung, wie du tatsächlich in so einer Situation wärest und welches Vertrautheitswissen du doch in dir hast. Vor allem nicht, wenn du dich mit einer Menge Leute umgibst, dann wirst du da mitfahren dürfen und so wirst du auch überleben. Deswegen sollte man so ungefähr zehn bis fünfzehn Kinder um sich herumhaben, die man in seinen Armen wiegt, die werden sich immer um einen kümmern, wenn man alt wird. Oder in einer Lebensgemeinschaft leben. Das ist eine Geborgenheitsversicherung der besten Sorte!

 

 

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