Was ist Intuitive Pädagogik?

 Ein Aufsatz von Thomas Pedroli

1. Intuition

Intuitive Pedagogik in Düsseldorf. Foto: Thomas Pedroli
Intuitive Pedagogik in Düsseldorf. Foto: Thomas Pedroli

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Intuition - ein besonderes Talent - oder etwas, das du lernen kannst?
Die meisten von uns haben Momente intensiver Kreativität, Intelligenz und Freude erlebt. Normalerweise kamen diese Momente unerwartet und wurden nicht vom Willen beeinflusst. Wenn wir unsere Intuition trainieren, werden diese Momente vielleicht immer noch nicht aus einem Willensimpuls stammen, werden aber sicherlich häufiger auftreten. Es gibt Bedingungen, die unsere Intuition blockieren können. Mental gesehen ist eine dieser Bedingungen ein ununterbrochenes Denken, das überhaupt keine Lücke lässt. Wenn es keine Lücke gibt, kann nichts wirklich Neues entstehen.
Etwas anderes sind emotional schmerzhafte Erfahrungen, die oft, aber nicht notwendigerweise aus früher Kindheit stammen; sie können in bestimmten Situationen, die mehr oder weniger denen des Originals entsprechen, Angst erzeugen. Diese Angst führt zu Verhaltensmustern, die wir normalerweise loswerden möchten, aber nicht können.
Und im Bereich des Tuns schaffen wir Gewohnheiten. Handlungen, die wir immer wieder auf die gleiche Weise tun, machen wir letztendlich ohne Bewusstsein. Gewohnheiten können uns zu der Ansicht bringen, dass Veränderung nicht möglich ist.


Intuitive Pädagogik in Brno (CZ), Foto: Thomas Pedroli
Intuitive Pädagogik in Brno (CZ), Foto: Thomas Pedroli

Tiefenentspannung und ein klares Bewusstsein schließen sich im Alltag oft aus. Wenn wir uns entspannen, neigen wir dazu, verträumt zu sein, und wenn wir uns konzentrieren, passiert es schnell, dass wir zu angespannt in unserem Körper werden. Wenn wir unsere Intuition trainieren, tun wir etwas, was zunächst sehr herausfordernd erscheint. Wir machen beides gleichzeitig. In den vielen Übungen und Spielen, die wir während eines Intuitiven Pädagogik Trainings machen, werden uns oft zwei (oder mehr) Anweisungen gegeben, die sich zu widersprechen scheinen. Zum Beispiel: "Konzentriere dich auf deine Füße und tue etwas anderes mit deinen Händen." Oder "Sei in einem natürlichen Fluss und vermeide es gleichzeitig bewusst, eine bestimmte Person zu treffen." Oder "Werfe einen Stock präzise, indem du ihn loslässt, aber ohne eine Anstrengung.“ Auf diese Weise schaffen wir Raum für Neues und Unerwartetes. Wir entwickeln Intuition.

Intuitive Pädagogikin Ponec Theater Prag, Foto: Natálie Vacková
Intuitive Pädagogikin Ponec Theater Prag, Foto: Natálie Vacková

Die Arbeit in der Intuitiven Pädagogik beginnt mit dem Körper. Durch intuitives Spielen überwindet der Körper alte Reflexe, beispielsweise durch bilateraler Übungen, bei denen die linke und rechte Seite des Körpers, Hände und Füße, die linke und die rechte Gehirnhälfte, laut und leise, schnell und langsam usw. integriert werden. Zu Beginn scheint es unmöglich solche Gegensätze zu integrieren, aber nach einer Weile wird das Unmögliche möglich. Eine der wunderbaren Eigenschaften dieser Art des Lernens ist die intensive Freude, die erzeugt wird. Diese Freude macht es möglich, Hindernisse und Blockaden zu überwinden, die unter anderen Umständen einfach zu beängstigend sind, bzw. denen schwer zu begegnen ist. Das Spielen erfolgt innerhalb einer Gruppe. Und es ist gut zu wissen, dass wir manchmal, wenn wir an uns selbst arbeiten, andere brauchen. Das freudige Üben in einer Gemeinschaft öffnet viele Türen für die Entwicklung.

 

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