3. Warum finden wir im Internet so gut wie nichts über intuitive Pädagogik?

Foto: Thomas Pedroli
Foto: Thomas Pedroli

Es mag erstaunlich sein, dass in unserem digitalen Zeitalter mit freiem Zugang zu Informationen im Internet so wenig über intuitive Pädagogik zu finden ist. Dies kann jedoch durchaus verständlich werden, wenn wir überlegen, wie schwierig es ist, diese Übungen und Lernprozesse zu beschreiben.
Viele der Spiele, Übungen und Disziplinen, die in der intuitiven Pädagogik praktiziert werden, sind in anderen Schulungen enthalten. Bei näherer Betrachtung werden wir feststellen, dass es nicht nur darum geht, was getan wird, sondern noch mehr darum, wie es getan wird. Wir finden Vertrauensspiele in Teambuilding-Trainings, Blindspiele in der Früherziehung, Stimmimprovisation in Heilsitzungen, Kommunikationstraining im Coaching, Klatschübungen in der TaKeTiNa-Methode, Sinnestraining in der Erlebnispädagogik und intuitives Malen in therapeutischen Sitzungen. In der intuitiven Pädagogik erscheinen sie jedoch alle zusammen in einem ganzheitlichen Kontext, der im tiefsten Sinne des Wortes Sinn ergibt. Wir können eine bestimmte Übung oder ein bestimmtes Spiel „richtig“ machen, aber wenn die Kohärenz fehlt, hat dies nicht die tiefere Wirkung, die wir aus der intuitiven Pädagogik kennen. In vielen Übungen ist es genau diese Kohärenz, die nach aufmerksamem Üben auftritt. Und diese Kohärenz wird von dieser schwer zu beschreibender Erfahrung des „Fließens“, des „Flow“ begleitet.

 

In den letzten Jahrzehnten gab es einige Versuche, Handleitungen zur intuitiven Pädagogik zu schreiben. Bis jetzt waren die meisten von ihnen unbefriedigend, so dass niemand darüber nachdachte, sie zu veröffentlichen. Es ist aber durchaus möglich, dass wir mit den modernen Medien bald eine interaktive Form der Videoanweisung finden, die mit schriftlichen Informationen und Zeichnungen kombiniert ist und der Sache näherkommt. Gleichzeitig kann es als auch beruhigend empfunden werden, dass wir in dieser Zeit des unbegrenzten Zugriffs auf alle Arten von Informationen immer noch die reale Begegnung mit anderen Menschen brauchen, um in diese Art des Seins und Lernens einzutauchen zu können.

Intuitive Pädagogik in Ponec Theater, Prague. Foto: Natálie Vacková
Intuitive Pädagogik in Ponec Theater, Prague. Foto: Natálie Vacková

 

Ein weiterer Grund, warum so wenig Hintergrundmaterial auftaucht, wenn man nach Intuitiver Pädagogik sucht, ist folgender: Es gab nie eine offizielle Organisation, kein Unternehmen, keine Marke, keine Zertifikate, nicht einmal ein Gebäude, das die intuitive Pädagogik verwaltet oder verwaltet hat. Wir können die Intuitive Pädagogik eher als eine dezentrale Bewegung beschreiben, anstatt eine Organisation. Alle Schulungen, Seminare und Workshops werden von den Teilnehmern selbst organisiert. Dieses Fehlen einer äußeren Struktur hat sich als bester Schutz für die Freiheit des Lernens und Lehrens herausgestellt, was für die Ausübung einer authentischen intuitiven Pädagogik von entscheidender Bedeutung ist.

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